DIE ANDERE SEITE

Wie wollen wir zusammen leben?

Während der ersten Dietenbach-Festspiele im Juli 2017 treffen Kunst und Stadtentwicklung, Utopie und soziale Gegenwart aufeinander.

Bis 2023 soll auf dem Dietenbachgelände ein neuer Stadtteil für Freiburg gebaut werden. Die an beide Seiten des Geländes angrenzenden Viertel Weingarten und Rieselfeld stehen für gegensätzliche stadtplanerische Tendenzen und Einwohnerstrukturen. In den Siebziger Jahren wurde in Weingarten auf Plattenbauten gesetzt, um Platz für kollektive Grünflächen zu schaffen. Das in den Neunziger Jahren konzipierte und 2007 fertiggestellte Rieselfeld gilt deutschlandweit als Vorbild für nachhaltige und grüne Stadtplanung. Wie sieht das Zusammenleben der Zukunft aus?

Der Choreograph und Leiter Junges Theater Tanz Graham Smith veranstaltet gemeinsam mit der Musikerin Bernadette La Hengst und dem Regisseur Daniel Wahl das performative Stadtraumprojekt „Die andere Seite – Dietenbach-Festspiele“, um zusammen mit Bewohnern aus den angrenzenden Stadtvierteln künftige Formen des Zusammenlebens zu befragen.

Vom 8. bis zum  14. Juli 2017 entsteht im Dietenbachpark aus fast tausend Paletten ein Festspielgelände mit Schauplätzen, Ausstellungsräumen und Orten zum Verweilen, das konkretes utopisches Denken möglich macht – Luftschlösser und praktische Ideen nebeneinander stellt. Acht Tage Heterotopie.

Unter der Intendanz von Barbara Mundel hat das Theater Freiburg mit Projekten wie  „Haslach – deine Heimat“ (2010) und der Außenspielstätte „Finkenschlag“ Theaterformen etabliert, die den jeweils aktuellen Puls der Stadt aufgreifen und das Theater verlassen. Anknüpfend an diese Tradition bietet die Dietenbach-Festspiele Raum für empirische Untersuchungen sowie die aktive Mitgestaltung aller Teilnehmer.

Die Songwriterin für eine offene Gesellschaft, Bernadette La Hengst, macht mit ihrem Café Nomade Station auf öffentlichen Plätzen und sucht nach Sängern für den ersten Dietenbacher Song Contest. Daniel Wahl befragt die Bewohner nach ihren Meinungen zum jeweils anderen Viertel und entwickelt daraus ein Hörspiel. Graham Smith stellt zusammen mit interessierten Rieselfeldern und Weingärtnern die Frage, was die Stadtviertel bewegt und wie sie sich gemeinsam bewegen können.

Während der Festspiele gibt es von 7:00 Uhr bis 21:00 Uhr durchgehend Programm für alle Altersstufen. Je nach Interessen der Teilnehmer und Mitgestalter werden verschiedene Clubs gegründet und temporäre Aktivitäten gestartet: Gemeinsames morgendliches Körpertraining, ein Häkelclub, eine Friseurlounge, eine Traktortour mit Bauern aus Dietenbach, miteinander kochen und essen und ein Hundeparcours. Zusätzlich werden in der Ausstellungsjurte lokale Künstler vorgestellt, Filme und Fotografien gezeigt. Zukünftige Bewohner Dietenbachs und anderweitig vom Bau betroffene Anwohner diskutieren mit Stadtplanern, Architekten und Soziologen über zukünftige Stadtplanung, das Zusammenleben von Morgen und mögliche Versionen von Dietenbach. Die Dietenbach-Festspiele enden am Samstag, den 15. Juli, mit einer großen Abschlussinszenierung im Theater  Freiburg. Auf der großen Bühne, dem Vorplatz, dem Foyer, und allen Plätzen, die es braucht, feiern die Festspielteilnehmer mit dem Publikum und dem Theater und läuten den Abschied der Intendanz Barbara Mundel & Team ein. Ob als Zuschauer oder aktiver Teilnehmer – der Umgang mit städtischem Wachstum ist für alle relevant. Besuchen Sie uns vom 8. – 14. Juli 2017 zwischen See und Streuobstwiesen im Dietenbachpark und folgen Sie uns zum krönenden Abschlussam 15. Juli ab 16:00 Uhr ins Theater Freiburg!

Dietenbach-Festspiele